Linux - News
 

Ver?nderung auf leisen Sohlen:

08 Oktober, 2006

"Sanfte" Linux-Migration macht die Stadt Mannheim fit f?r die Zukunft. "Stell' Dir vor, die IT-Basisdienste werden auf Linux umgestellt und keiner kriegt was mit". So ?hnlich k?nnte man die Migration von Windows-Systemen auf die Open Source-L?sung Linux bei der Stadt Mannheim beschreiben. Experten nennen es eine "sanfte Migration", weil zuerst die Basisinfrastrukturdienste, wie z.B. die Server und erst ganz am Schluss die PCs der Mitarbeiter auf das neue System umgestellt werden.

Das spart nicht nur Schulungsaufwand sondern sorgt auch daf?r, dass die Mitarbeiter den Ver?nderungen positiv gegen?ber stehen und sich nicht von einem neuen System ?berfordert f?hlen. Mannheim ist die erste Gro?stadt in Deutschland, die diesen Weg geht.
Gr?nde f?r die Migration von 110 Servern, 150 Fachanwendungen und in einem letzten Schritt von 3.700 PCs gibt es viele. Das damit verbundene Einsparpotenzial spielt nat?rlich auch eine Rolle, wichtiger ist aber den IT-Fachleuten der Stadt Mannheim die neu gewonnene Flexibilit?t und mehr Sicherheit. "Nat?rlich erwarten wir von dieser Migration auch langfristig eine deutliche Kostenreduktion, schon alleine bei den Software-Lizenzen. Wir wollen aber vor allem unsere Wahlfreiheit bei den technischen Angeboten sicherstellen und unsere IT sicherer machen. Au?erdem haben sich die Arbeitsabl?ufe in der Verwaltung in den letzten Jahren dramatisch ver?ndert. Starre hierarchische Abl?ufe werden von Prozessen abgel?st. Mitarbeiter arbeiten immer h?ufiger in Team- und Projektstrukturen. Diese neuen Strukturen m?ssen in der IT-Umgebung abbildbar sein", erl?utert Gerd Armbruster vom Fachbereich IT der Stadt Mannheim die Beweggr?nde f?r diese Entscheidung. Der Entschluss von Microsoft, den Support f?r das Betriebssystem Windows NT Ende 2004 einzustellen, beschleunigte den Prozess, weil so in jedem Fall Neuinvestitionen in die IT-Infrastruktur notwendig geworden w?ren.

Der Startschuss fiel in 2004

Die Grundlage f?r die Neuausrichtung der IT-Strategie waren die Empfehlungen des Bundesinnenministeriums und der EU, im ?ffentlichen Bereich, verst?rkt auf Open-Source-L?sungen zu setzen. Im Rahmen eines Workshops im Herbst 2004 wurden dann die Anforderungen erfasst und L?sungsszenarien diskutiert. Jetzt ist die Migration in vollem Gange. Begonnen wurde mit der Suche nach L?sungen f?r den Kommunikationsbereich, also f?r die Versendung von Mails, die Unterst?tzung von Pocket PCs und die Palm- und Blackberry-Synchronisation. Die Wahl fiel dabei auf das Produkt Oracle Collaboration Suite, kurz OCS, der Firma Oracle. Mit OCS kann der Anwender weiterhin mit Microsoft Outlook arbeiten, Alternativen dazu sind aber jederzeit m?glich. Die Umstellung auf OCS erfolgt im 4 .Quartal 2005. In einem zweiten Projekt werden bis Ende 2005 alle Anmelde-, Datei-, und Druckdienste auf Linux migriert. Das bedeutet, dass Ende des Jahres 1.100 Netzwerkdrucker ?ber einen zentralen Druckerserver verwaltet werden k?nnen. Der Internetauftritt der Stadt Mannheim unter www.mannheim.de wurde bereits auf Linux migriert und ist ein gutes Beispiel f?r den Mehrwert von Open Source. Hier wird n?mlich ein so genanntes XML-Portal eingesetzt, ein mulitchannelf?higes Portal, so dass die Internet-Seiten nicht nur via PC genutzt werden k?nnen sondern auch per Handy oder PDA, was die Benutzerfreundlichkeit deutlich erh?ht.

Wichtiges Argument f?r Linux war auch die Frage der Sicherheit, ein Argument, das sich nicht so leicht erschlie?t: "Eigentlich ist es aber einleuchtend. Ein Waldsch?dling hat in einer Fichtenmonokultur ein leichteres Leben als in einem Mischwald. So ist das auch in der Informationstechnologie. Gerade durch die Offenheit steigt die Sicherheit im Bereich von Open Source", erkl?rt Armbruster.

F?r ihr Migrationsprojekt hat sich die Stadt Mannheim einen starken Partner ins Boot geholt. Es wurde eine Kooperation mit der Firma IBM vereinbart, einem der wichtigsten Protagonisten im Linux-Bereich. "Linux spielt f?r IBM eine entscheidende Rolle im ?ffentlichen Dienst, nicht nur, weil sich Kosten reduzieren lassen, sondern vor allem, weil so die Abh?ngigkeit von einzelnen Softwareanbietern reduziert wird und die Sicherheit gesteigert werden kann", erl?utert Michael A. Maier, Direktor des Gesch?ftsbereichs ?ffentlicher Dienst von IBM. "Die Strategie der offenen Standards ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Eckpfeiler f?r eine zukunftsf?hige und innovationsfreudige Verwaltung". IBM konnte durch mehrere vergleichbare Migrationsprojekte im Public Sector EU-weit ein umfassendes Know-how gerade auch f?r die speziellen Anforderungen der ?ffentlichen Hand aufbauen.

Stadtmarketing Mannheim: Ruf verbessern, Mannheim ?berregional bekannt machen und die Zukunft der Stadt mitgestalten

Die Stadtmarketing Mannheim GmbH wurde im Dezember 2001 im Rahmen einer "public private partnership" gegr?ndet. Die GmbH wird zu 51 % von Mannheimer Unternehmen und zu 49 % von der Stadt Mannheim gehalten. Die privaten Gesellschafter der Stadtmarketing GmbH sind: ABB AG (Mannheim), Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Bilfinger Berger AG, DaimlerChrysler, Werk Mannheim/EVO Bus GmbH, Dr. Haas GmbH, FAY Management Holding AG, Fuchs Petrolub AG, Mannheimer AG Holding, MVV Energie AG, Soziet?t Rittershaus, Roche Diagnostics GmbH, SAP ARENA, SCA Hygiene Products GmbH, Siemens AG sowie die S?dzucker AG. Au?erdem unterst?tzen die BMW-Niederlassung Mannheim, ColorDruck Leimen, das Modehaus Engelhorn, die ern Energiedienstleistungen Rhein-Neckar GmbH, die Ernst & Young Deutsche Treuhand AG, die Gr?ser Autokrane & Schwertransporte GmbH, die Heinrich-Vetter-Stiftung, KAHL B?roeinrichtungen GmbH, die Landesbank Baden-W?rttemberg, die Provaris GmbH, die R?chling-Gruppe, die Staatliche Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH und die SV Versicherungen das Mannheimer Stadtmarketing als Sponsoren.

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